Jeden Sonntag um 14.00 Uhr trifft man sich mit dem Naturparkführer zur „Wäldlertour am Rennsteig“ in Friedrichshöhe. Besucher um die Mitte des 19. Jahrhunderts beschreiben den Ort als „waldeinsam und angenehm gelegen“. Daran hat sich nichts geändert.

Als Wäldler wurden die Bewohner des Waldgebietes rund um den Rennsteig des Thüringer Waldes und dem Schiefergebirges bezeichnet. Der Topograph Sprengseysen beschrieb sie 1781 so: „Ihr Charakter ist offenherzig, freymüthig und dreist, herzhaft ja kühn in Gefahren, sie sind Feinde aller Neuerungen, derer Nutzen ihnen nicht sogleich einleuchtet; größtentheils gutherzig, und da sie dabey vielen gesunden Menschenverstand besitzen, so kann man sie am besten mit vernümftigen Vorstellungen gewinnen.“ Auf den Spuren dieser gutgläubigen und abergläubischen Waldmenschen führte unsere 6 km Tour vom Naturparkzentrum Friedrichshöhe rund um den deutschen Dreistromstein. Noch im Quellgebiet der Weser, kosteten wir auf Anraten unseres Naturparkführers die Kräuter der würzigen Bärwurzwiese, bevor sich unser Pfad durch moosig-moorige Wälder und über den Moorpfad durch ein Hangmoor zum Rennsteig schlängelt. Bergfichtenhochwald begleitet uns entlang der Sprachgrenze zwischen Franken und Thüringen bis zum Dreiherrenstein am Saarzipfel -einem Wappenstein von 1733. Der Hochwald verschwindet allerdings im Mittelalter und wieder um 1740 vollständig. Die Wäldler nutzen das Holz für ihre Zwecke. Köhlerei und Flößerei bringen die Energie des Waldes auf schmalen Hohlwegen in die Industriezentren und Residenzen. Holz ist fast das einziges Heizmaterial und der Werkstoff bis zur Neuzeit.

Die Wäldler verwerteten die natürlichen Schätze unter ungünstigen natürlichen Bedingungen. Sie betrieben Kreislaufwirtschaft im Wandel der Jahrhunderte. Sie schufen durch Rodungen bunte Wirtschaftswiesen und erschmolzen mit dem Holz in der Glashütte die begehrten Waldglasflaschen für die Elixiere der Olitätenhändler. Diese trugen den Kräuterreichtum der Berge in die Städte.  Raues Klima und hohe Niederschläge prägen die Gebirgsregion und lassen viele Quellen sprudeln. Deren Wasser strebt vom Dreistromstein (817mNHN) drei großen deutschen Strömen zu. Das Denkmal besteht aus einer dreiseitigen Sandsteinpyramide, gebildet aus typischen Gesteinen der jeweiligen Stromgebiete (Elbe: Granit, Rhein: Quarz, Weser: Grauwacke). Auf den Seitenflächen der Pyramide sind die Namen der oben erwähnten Bächlein, nebst denen der sie aufnehmenden größeren Gewässer eingraviert. In Tradition der Erbauer genehmigten sich hier alle Teilnehmer einen Schluck aus der Wäldlerflasche. Wir wanderten weiter nach Osten. Bald streift der Blick über sumpfige Bergwiesen und das Schiefergebirge im Rheineinzugsgebiet. Wiesen waren bis zum Mittelalter wenig verbreitet. Es war mühevoll Steine und Gehölz zu beseitigen. Man betrieb Waldhut, hier bis in die 1950er Jahre. Über die alten Moorentwässerungen sprangen wir vom Einzugsgebiet der Elbe wieder zurück ins Quellgebiet der Weser. Die Zeitreise führte nicht zum Ende der Welt, dafür zu einer blühenden Arnikawiese und einem historischen Meilerplatz am Rande des Schiefergebirgsplateaues. Noch vor 150 Jahren lebten hier Köhler und Pechsieder, Goldsucher und Wetzsteinmacher.

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