Die diesjährige Bergtour der Bergkameraden um Volker Bräutigam, die achte seit 2009, stand anfangs unter einem ungünstigen Stern. Der Wetterbericht sagte für den vorgesehenen Zeitpunkt sehr schlechte Bedingungen voraus, so wurde die Tour einen Tag vor Beginn um drei Tage verschoben. Wie sich herausstellte, wettermäßig eine positive Entscheidung. Negativ daran war: unsere „jungen“, noch berufstätigen Burschen aus dem Nürnberger Land konnten kurzfristig keine Urlaubsverlängerung erhalten. So mussten wir uns nur zu dritt auf Tour begeben.

Als bewährter Fahrer fungierte wieder Reinhard Elsner. Mit ihm starteten wir am Sonnabend, 12. August 2017. Über München, Kufstein und Kitzbühel erreichten wir das auf etwa 800 m gelegene Stuhlfelden im Salzachtal, dem Talort der Hütte. Den 900 Meter Aufstieg zu unserem eigentlichen Ziel der Bürglhütte auf 1.699m konnten wir uns erfreulicherweise sparen, denn es führt ein schmaler, teilweise ausgesetzter Fahrweg zu ihr. Problematisch bei Gegenverkehr, denn ein Fahrzeug musste immer zurück zu einer der seltenen Ausweichstellen stoßen.

Die äußerlich rustikale, private Berghütte weist eine massive Terrasse auf, wo man nachmittags und am Abend wunderbar die Sonne genießen kann. Daneben ein kleiner Teich auf dem tagsüber 14 junge Enten schwimmen. Putzig anzuschauen, wenn sie gegen Abend im Gänse- oder besser im Entenmarsch über die Terrasse zu ihrem Nachtquartier marschieren. Das Herz der Hütte ist der urgemütliche Gastraum. Hier wurden wir von Hüttenwirtin Elisabeth, die Lissi genannt werden möchte, herzlich begrüßt. Sie ist uns in den kommenden Tagen durch ihre vorsorglich, liebenswürdige Art richtig ans Herz gewachsen.

Lissi zeigte uns unser 2-Bett und 1-Bett-Zimmer und die vorzüglichen Sanitäranlagen mit zwei kostenlosen warmen Duschen. Das ist möglich, weil Hüttenwirt Fritz (eigentlich Friedrich), ein „Bud Spencer“-Typ, seinen Strom mit Wasserkraft selbst herstellt und zufrieden ist, wenn er etwas verbrauchen kann. Mit uns sind noch 2 Familien mit 6 Kindern im Lager der Hütte untergebracht.

Nachdem wir unser vorzügliches Abendessen verspeist haben, spielt der 12-jährige Hüttensohn Thomas (Tom) mit dem Akkordeon heimatliche Weisen. Dabei genießen wir bei 2-3 Bier auch noch den von Fritz selbst gebrannten, vorzüglichen, rosafarbenen Zirbenschnaps.

Beim Gang auf unsere Zimmer müssen wir durch den mit 16 Kühen belegten Kuhstall, der für zusätzliche Wärme sorgt. Richtig romantisch. Tagsüber grasen sie selbstverständlich an den Berghängen. Für den täglichen Abtrieb und das Melken sind Tom mit seinem Freund Zacharias (Zacki) zuständig. Zacki verbringt seine Ferien bei seinem Schulkameraden auf der Hütte.

Am Sonntag nehmen wir gegen 8 Uhr unser ausgiebiges Frühstück ein und eine Stunden später beginnt der Ernst des Lebens. Durch Wiesengelände steigen wir auf zur Murnauer Scharte 1.967m. Weiter gen Süden im geringen auf und ab zwei Stunden auf den „Pinzgauer Spaziergang“. Sieben Stunden weiter und wir wären in Zell am See gelandet. Nun weglos aufwärts zum Mahlitzkogel 2.247m. Bei der 15 Minuten Rast genießen wir die Rundsicht. Leider hängen über den Zentralalpen die Wolken ziemlich tief, sodass keine Gipfel auszumachen waren. Weiter geht es als Gratwanderung über verschiedene kleinere Berge und wir kommen wieder zu Murnauer Scharte. Nun nur noch abwärts und wir sind gegen 16 Uhr an unserer Hütte. Zur Entspannung gönnen wir uns vor dem Duschen ein Glas „Faßtyp“ von der Kaiserbräu auf der Terrasse. Mit anregender Unterhaltung nach dem Essen klingt unser erster Bergtag aus.

Der Wetterbericht verspricht für den Montag gutes Wetter und nach 9 Uhr ist die Murnauer Scharte wieder unser erster Anlaufpunkt. Unser heutiges Ziel der Schusterkogel 2.207m ist schon in der Ferne auszumachen. Es folgt ein Abstieg auf ca. 1.600m. Weglos steigen wir durch unangenehm blockiges  Gelände wieder aufwärts und müssen die Augen offen halten um Fehltritte zu vermeiden, die zu unangenehmen Verletzungen führen könnten.  Wie aus dem Nichts taucht gegen Mittag eine kleine gemütliche, Hütte mit davor befindlichem Holztisch und zwei Bänken auf. Prädestiniert für unsere Mittagsvesper, welche wir in Ruhe genießen. Ein kleines Gärtchen mit Alpenblumen spricht für die Naturliebe des Besitzers. Wir widerstehen der Versuchung eines der zahlreichen Edelweiße abzuzupfen.

Von hier haben wir unser Gipfelziel gut im Auge. Nun einen großen Bogen weglos weiter und dann auf bezeichneter Spur direkt zum Gipfel. Der Rundblick bei bester Sicht ist heute phantastisch. Wir erkennen unter anderem den Wilden Kaiser, Loferer und Leoganger Steinberge, den Großglockner und den Großvenediger. Der Rückweg war wieder über die Murnauer Scharte geplant. Durch eine unwesentliche Abkürzung von vielleicht 150m haben wir den Einstieg zur Scharte verpasst und mussten dadurch 45 Minuten längere Aufstiegszeit und knapp 200 Höhenmeter mehr in Kauf nehmen. Dummheit muss bestraft werden! Nach 17 Uhr konnten wir dann auf der Hüttenterrasse das lang ersehnte Bier genießen. Es könnten auch zwei gewesen sein. Neue Gäste sind angekommen und die Terrasse war etwas mehr frequentiert, weshalb wir die Sonne solange wie möglich auskosteten.

Der Dienstag, unser letzter Bergtag sollte mit der Besteigung des Geißsteins mit 2.363m der Tourenhöhepunkt werden. Er ist der höchste Berg des Gebietes und wird auch als der höchste Grasberg Europas bezeichnet. Der Aufstieg, zuerst zur Sindersbachscharte 2.035m. Von hier auf den westlich gelegenen Rescheskogel. Beim Abstieg konnten wir etwas Unglaubliches beobachten. Am gegenüber liegenden Berg befuhren zwei Motorradfahrer den ca. 40-45° Berggrad zum Gipfel und wieder hinab. Absolut unfassbar! Zwei MTBer wiederholten das mit ihren leichteren Geräten. Zurück zur Scharte und nun östlich hinauf zum Geißstein, vorbei an friedlich zusammen grasenden Rindern und wunderschönen Pferden.

Der Berg zeigt nur am etwas ausgesetzten Gipfelgrad Fels. Der sensationelle Rundblick den wir nochmals auf die in der Sonne liegenden Felsberge genießen, muss im Gedächtnis bis kommendes Jahr anhalten. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto nehmen wir in 2 ½ Stunden den direkten Weg zur Hütte. Dadurch sind wir etwas früher als sonst auf der Hüttenterrasse. Hier kommen wir mit einem älteren, sehr agilen Ehepaar aus Weißenburg ins Gespräch, welches wir nach der Speckplatte am Abend im Gastraum interessant fortsetzen.

Am Mittwoch hieß es Abschied nehmen. Wir frühstücken früher, unterhalten uns noch etwas mit Hüttenwirtin Lissi und stellen uns zum Erinnerungsfoto mit ihr. Dann startet Reinhard seinen BMW. Vor uns fährt Wirt Fritz seine Milch ins Tal. Das muss jeden zweiten Tag geschehen. Die 900 Meter kommen wir gut hinunter nach Stuhlfelden. Weiter über den Pass Thurn und auf der Autobahn geht es bis Nürnberg gut vorwärts. Hier nehmen wir noch Volkers Enkelin Lara an Bord.

Bevor wir ins Coburger Land einfahren, erfolgt die traditionelle Einkehr im „Fränkischen“. Diesmal in Oberlangheim mit Klößen und „Schäuferla“. Dabei sind wir Drei uns einig, dank Volkers Vorbereitung wieder wunderschöne, unvergessliche Bergerlebnisse genossen zu haben.

Kurt Herrmann

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