- ein Weg der Königsberg in Bayern, Seßlach und Coburg verbindet

Um es vorweg zu sagen: Die fünf Wanderer der Sektion Neustadt des Deutschen Alpenvereins (Freimut Brückner, Eva Schlemmer, Anne Tischer, Karl Schönfelder und Dieter Seyfarth) haben die „Amtsboten-Prüfung“ erfolgreich abgelegt und ohne Blessuren überstanden.

Diese fünf DAVler waren vom 10. bis 12. Oktober 2013 unterwegs, um die ca. 50 Kilometer lange Strecke des Amtsbotenweges zu erwandern und dabei schöne Landschaften und Sehenswürdigkeiten kennenzulernen.

Der Anreisetag am Donnerstag war gemütlich. Mit der Eisenbahn erreichte man zur Mittagszeit die Stadt Zeil am Main. Hier wurde die Altstadt mit ihren hübschen Fachwerkhäusern und die Katholischen Pfarrkirche St. Michael besichtigt sowie das Dokumentationszentrum „Zeiler HeXenturm“ besucht. Am Nachmittag ging die Fahrt weiter nach Haßfurt, wo der spätgotischen Ritterkapelle, Wahrzeichen und bedeutendstes Bauwerk der geschichtsträchtigen Stadt, das Hauptaugenmerk galt. Mit dem Bus war gegen 17.15 Uhr die Stadt Königsberg in Bayern erreicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause in der Herrenschenke, der Übernachtungsstätte, wurde während einer kleinen Wanderung das historische Stadtzentrum mit den wunderbaren Holzfachwerkhäusern erkundet und die Burgreste auf dem Schlossberg besichtigt. Ein außergewöhnliches Flair vermittelte die Altstadt in den Abendstunden. Man fühlte sich wie ins Mittelalter versetzt.

Kurz nach acht Uhr am darauffolgenden Freitag ging es auf die erste Etappe des Amtsbotenweges. 30 Kilometer bis Seßlach lagen vor den Wanderern. Auf dem Weg zum Schlossberg zeigte sich die erste Amtsbotenweg-Markierung „Blauer Helm auf weißen Grund“. Kurz danach, in einem Waldstück war auf einem Schild zu lesen:

Ehemalige Landesgrenze
Ab 1806 befand sich hier die Landesgrenze zwischen dem Königreich Bayern und Sachsen – Hildburghausen, von 1826 bis 1920 dem Herzogtum Sachsen – Coburg – Gotha

Obwohl die Wetterprognosen nicht gerade gut waren, hielt sich der Nieselregen während des ersten Teils der Strecke, die durch die Dornbuschberge und weiter über Hohnhausen bis nach Leuzendorf führte, in Grenzen. Jetzt aber fielen die Regentropfen stärker. Der Regenschirm musste nun zusätzlich genutzt werden. Oberhalb von Leuzendorf wies ein verdrehter Holzpfosten mit der Amtsbotenwegmarkierung die Wandergruppe zunächst in die falsche Richtung, was aber schnell erkannt wurde. Nach Römmelsdorf verstärkte sich der Dauerregen. An einer etwas geschützten Waldstelle im „Lohrer Holz“ wurde eine kurze Rast eingelegt, bevor die Ortschaft Pfaffendorf angesteuert wurde. Dort hoffte man, in einer Gaststätte eine Kaffeepause einlegen zu können. Leider öffnete die Gaststätte „Zur Sonne“ erst ab 16 Uhr, so dass der Weg hinauf nach Altenstein fortgesetzt wurde.
Eine herrliche Landschaft zeigte sich auf diesem Weg. Enttäuschte Gesichter dann in Altenstein:
Das Wirtshaus gleich unterhalb der Burgruine war geschlossen und stand zum Verkauf an. Die andere Gaststätte hatte ebenfalls zu. So ruhten sich die Wanderer in der regengeschützten kleinen Altensteiner Kirche etwas aus. Leicht geknickt wegen der fehlenden Kaffeepause, aber unverdrossen, wurde die Wanderung fortgesetzt. Noch rund zehn Kilometer nach Seßlach! Ein langes Stück führte durch den Altensteiner bzw. Lichtensteiner Wald, bevor sich eine sehr schöne offene Landschaft zeigte. Endlich hörte es auf zu regnen und auf dem letzten Wegabschnitt nach Seßlach zeigte sich noch die Abendsonne, deren wärmende Strahlen so richtig gut taten. Kurz vor 18 Uhr war nach einer anstrengenden ersten Etappe das Ziel erreicht. In einer urigen Privatpension, welche sich in einem historischen Haus befindet und das innen eher einem Museum ähnelt, fand man eine gemütliche Unterkunft. Alle freuten sich nach einer heißen Dusche nun auf ein warmes Abendessen im Gasthof „Zum Roten Ochsen“.
Ein liebevoll gedeckter Tisch mit einer großen Auswahl an Essensangeboten, Kerzenlicht und loderndes Feuer im offenen Kamin erwartete die Wanderfreunde am Samstag beim Frühstück. So gestärkt und aufgemuntert starteten sie zur zweiten Etappe über Krumbach, Witzmannsberg, Schafhof und Ahorn nach Coburg. Das Wetter hatte sich gebessert.
Es war trocken und es hatte den Schein, als ob bald die Sonne herauskommt.
So wanderte man - Gottseidank auch ohne Muskelkater - weiter auf dem Amtsbotenweg.
Das allseits bekannte Motto „Der Weg ist das Ziel“ galt auch hier. Bei Krumbach trafen die DAVler drei andere Wanderer, zwei davon aus Neustadt, die den Amtsbotenweg in entgegengesetzter Richtung machten. Nachdem in Witzmannsberg keine Einkehrmöglichkeit vorhanden war, hoffte man, in der „Alten Schäferei“ eine Rast einlegen zu können.
Doch auch hier – es war gegen 12.15 Uhr – war geschlossen. Vor Ahorn setzte erneut Regen ein. In der Ortschaft wurde die Schlosskirche besichtigt. Dann fand man endlich in der EDEKA die Möglichkeit, in der darin untergebrachten Bäckereifiliale einen lang ersehnten Kaffee zu trinken. Die weitere Strecke nach Coburg konnte man meist trockenen Fußes zurücklegen. Am offiziellen Beginn des Amtsbotenweges in Coburg endete die Wanderung. Hier ist auf einem Schild zu lesen:

Amtsbotenweg
1826 – 1920
Coburg

Sesslach 18,5 km
Altenstein 10,0 km
Leuzendor 13,0 km
Hohnhausen 5,0 km
Königsberg 7,0 km
Gesamtlänge 53,5 km

Eröffnet am 28. Mai 1978

 

Die unterschiedlich angegebene Gesamtstreckenlänge beruht wohl darauf, dass inzwischen der Amtsbotenweg in einigen Bereichen umgelegt bzw. verändert worden ist.

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